Autonome Unterwasserrobotik im Praxistest: Rosenxt erprobt Franken-ROV und 3D-SubSlam in Loano
Wie kann ein autonomes Unterwasserfahrzeug sich unter Strömung um alle Achsen drehen und dennoch seine Position exakt halten? Diese und weitere Fragestellungen waren Anlass für ein Expertenteam von Rosenxt, nach Loano in Italien zu reisen, um dort unter realistischen Bedingungen einen Testlauf zu absolvieren.
Direkt am Ligurischen Meer, an der Küste zwischen Monaco und Genua, liegt Loano – eine Stadt mit rund 10.000 Einwohnern, in der das Team von Rosenxt ideale Rahmenbedingungen vorfand: Der direkte Zugang zum Meer und ein gut ausgebauter Hafen boten die passende Infrastruktur, um die eigenen Entwicklungen im Bereich maritimer Robotik weiter voranzubringen. Im Fokus stand unter anderem ein würfelförmiger Roboterprototyp, der erstmalig in einer realen Umgebung erprobt wurde. Ziel war es herauszufinden, wie sich das Fahrzeug unter Strömung verhält, wenn es sich um die eigene Achse dreht oder trotz Strömung seine Position halten soll. Ein weiterer Schwerpunkt der Expedition lag auf der Anwendung von SubSlam, einer Unterwasser-Stereokamera, mit der Strukturen unter Wasser in 3D erfasst und rekonstruiert werden können.
Erfolgreiche Mission unter Realbedingungen
„Wir haben viele erfolgreiche Daten sammeln können und sind sehr zufrieden mit der Reise“, sagt Franka Nauert, die die Mission für Rosenxt verantwortete. „Es gibt noch einige Verbesserungsmöglichkeiten, die wir jetzt umsetzen werden.“ Zum Einsatz kam der sogenannte „Franken-ROV“ – ein Name, der nicht mit der Projektleiterin zu tun hat, sondern auf den Roman „Frankenstein“ zurückgeht: In diesem Prototypen wurden vorhandene Komponenten und Tools gezielt kombiniert, um ein flexibles Testsystem zu schaffen.
„Besonders eindrucksvoll ist für mich, dass wir trotz Strömung mit unserem ROV eine definierte Strecke autonom abfahren konnten und der würfelförmige ROV sich in alle Richtungen drehen konnte“, fasst Nauert zusammen. Zudem konnte in rund 25 Metern Tiefe ein Schiffswrack mittels 3D-Scan kartographiert werden, welches im Zweiten Weltkrieg durch ein Flugzeuggeschoss versenkt wurde.
Diese und viele weitere Erkenntnisse aus dem Einsatz in Loano liefern wertvolle Daten für die Weiterentwicklung autonomer Unterwasserfahrzeuge und Werkzeuge für Subsea-Anwendungen. Sie tragen dazu bei, Technologien für anspruchsvolle maritime Umgebungen praxisnah zu erproben und für zukünftige Einsätze gezielt zu optimieren.